Les Postes de commande au Luxembourg

Die Stellwerke in Luxemburg


Poste Bierchem-Nord:? (Photo collection: Roland Schumacher)


Cruchten 1930


Stellwerk Kautenbach - 1926


Poste Mersch sud


Gare Mersch (Photo: 22.7.2000 jmo)


Poste 4 à Pétange (Photo: 19.4.2018 jmo)


Rodange (Photos: 19.4.2018 jmo)

 


Integra-Stellwerk in Wasserbillig (Photos: 12.3.2002 jmo)

Stellwerk modernster Bauart in Wasserbillig

Bekanntlich hatte mit der Bahnhofsanlage Wasserbillig auch die Stellwerksanlage während des Krieges schwere Schäden erlitten, sodaß das Stellwerk vollständig erneuert werden mußte. Die inzwischen geschaffenen Einrichtungen waren lediglich ein Provisorium mit dessen Hilfe die wesentlichen für die Zugfahrten wichtigen Weichen durch Schlüssel mit den Signalen in Abhängigkeit gebracht wurden; teilweise mußten die Weichen von Hand an Ort und Stelle gestellt werden. Die C.F.L. hat daher beschlossen, die Gelegenheit zu benutzen, um in Wasserbillig ein Stellwerk modernster Bauart aufzustellen und hat die INTEGRA A.G. in Wallisellen bei Zürich, vertreten durch das Comptoir Electrotechnique Luxembourgeois in Luxemburg mit der Ausführung der Arbeiten beauftragt.
Nahezu 50 Weichen mit den notwendigen Rangiersignalen und den Ein- und Ausfuhrsignalen für die Doppelspuren von und nach Wecker bezw. Igel, sowie der Einspur von und nach Grevenmacher bezw. Echternach werden nun mittels den neuen Einrichtungen fern bedient und gegenseitig gesichert.
Die Stellwerksanlage umfaßt, außer den Signalen und den Antrieben an den Weichen, einen elektrischen Hauptbedienungsapparat der im Stationsgebäude aufgestellt wurde und dem ein besonderes Stellwerk für Rangierfahrten zugeordnet ist, das in einem separaten Gebäude im westlichen Teil des Bahnhofs untergebracht ist. Der Stellwerksapparat enthält keine mechanischen Verschlüsse, wie dies beim ehemaligen mechanischen Apparat notwendig war, sondern die gegenseitigen Abhängigkeiten werden alle elektrisch durch Relais hergestellt. Für die Bedienung der Fahrstraßen und Signale enthält der Apparat 6 Schalter die den 8 Ein- und Ausfahrrichtungen in der Weise zugeordnet sind, daß für jede Doppelspure 2, und für jede Einspure 1 Schalter verwendet wird. Trotz dieser geringen Zahl von Schaltern können nahezu 70 verschiedene Fahrstraßen eingestellt werden, da das Gleis auf dem die Fahrt endigt oder von dem aus die Fahrt beginnt, durch gleichzeitige Betätigung einer Taste ausgewählt wird. Für die Weichen sind besonders kleine Schalter oberhalb dieser Fahrstraßen-Bedienungseinrichtung angeordnet, die für die Durchführung von Rangierfahrten betätigt werden. Bei der Einstellung einer Fahrstraße für Züge müssen jedoch keine Weichenschalter betätigt werden, weil der Fahrstraßensignalschalter selbst die für die betreffende Fahrt noch nicht richtig stehenden Weichen umstellt. Dadurch wird nicht nur dem Beamten eine wichtige Arbeit abgenommen, sondere es wird wesentlich Zeit gespart.
Das Rangierstellwerk hat in erster Linie den Zweck, den Beamten, der den Hauptapparat bedient, von der Bedienung der Weichen bei Rangierfahrten im Westkopf zu entlasten. Gleichzeitig gestattet das Rangierstellwerk eine bessere Übersicht über die bei Rangierfahrten im Westkopf befahrenen Weichen, sodaß Umstellungen von Weichen während einer Fahrt vermieden werden. Da die Weichen im Westkopf jedoch auch in den Fahrstraßen liegen, die für Zugfahrten vom Hauptstellwerk eingestellt werden müssen, besteht mit dem Rangierstellwerk eine Abhängigkeit, die es erlaubt, die Bedienungsmöglichkeit der Weichen in verschiedenen Gruppen an das Hauptstellwerk zurückzugeben. Auf diese Weise ist trotz der Zweiteilung der Bedienungsapparatur für die Weichen im Westkopf die vollständige Sicherung der Zugfahrt auf einfache Weise ermöglicht.
Obwohl die Abhängigkeiten zwischen Weichen und Signalen auf rein elektrischem Wege, d. h. ohne mechanische Verschlüsse hergestellt werden, sind die oben erwähnten 6 Bedienungsschalter im Hauptstellwerk mit Sperrvorrichtungen ausgerüstet, damit der Beamte sofort spürt wenn er eine Bewegung auszuführen beabsichtigt die den gerade vorhandenen Bedingungen widerspricht. Es wird dadurch vermieden, daß der Beamte eine Fahrstraße, die er nicht einstellen kann, betätigt und erst nachträglich gewahr wird, daß der von ihm gegebene Befehl gar nicht ausgeführt wurde.
Oberhalb des Stellwerkes ist ein Gleisbild angeordnet in dem nicht nur alle Signale zurückgemeldet werden, sondern das auch die Stellung jeder einzeln Weiche und die eingestellten Fahrstraßen erkennen läßt. Trotz der großen Zahl von Fahrstraßen und Bedienungs-Einrichtungen für Weichen und Signale hat der Hauptbedienungsapparat nur eine Länge von etwas mehr als 2 Meter. Diese Konzentration der Bedienungseinrichtung auf engstem Räume bei größerer Ueoersichtlichkeit, erleichtert dem Beamten seine verantwortungsvolle Arbeit und erlaubt die Befehle in kürzester Frist und ohne Irrtümer auszuführen.
Die Relais, welche die Abhängigkeiten herstellen, sind in einem besonderen Relaisraum unterhalb des Stellwerksapparates untergebracht. Die Aufstellung in diesem Raum erlaubt es alle Unterhaltungsarbeiten durchzuführen, ohne die Bedienungsbeamten des Stellwerks irgendwie zu behindern. Der elektrische Strom wird dem Ortsnetz entnommen. Damit Signale und Weichen auch bei zeitweiligem Ausfall des Ortsnetzes bedient werden können, wurde eine Diesel-Gruppe aufgestellt, die automatisch angeworfen wird, sobald die Spannung des Ortsnetzes ausfällt.
Es mag noch interessieren, daß im Relaisraum und im Hauptbedienungs-Apparat 20.000 Anschlüsse hergestellt werden mußten und dafür 25.000 Meter Schaltungsdraht verwendet wurden. Alle diese Arbeiten wurden seit Beginn letzten Sommers durchgeführt, wobei die C.F.L. dank ihrer verständnisvollen Mitarbeit bei der Ausführung der Gleis- und Signalanlage wesentlich beigetragen haben. In weitester Hinsicht wurden ebenfalls Luxemburger Arbeitskräfte eingesetzt und Luxemburger Unternehmer mit der Durchführung jener Lieferungen und Arbeiten betraut, die im Lande vergeben werden konnten.
Am Sonntag, den 30. April 1950 wurde die Anlage dem Betrieb übergeben. Sie kann als Musteranlage betrachtet werden, die für die Ausführung von Stellwerksanlagen auch für andere Stationen als Beispiel dienen kann. Mit der Anlage von Wasserbillig hat die C.F.L. eine Stellwerksanlage in Betrieb genommen, die mit den modernen Anlagen der Nachbarländer den Vergleich aushält. (t : 19.5.1950)

Das alte Integra-Stellwerk wird aber der Nachwelt erhalten bleiben, denn ein Schweizer Mitarbeiter von Siemens-Integra war am Erhalt des Schalterstellwerkes interessiert, und da die CFL ihm die Einrichtung in dankenswerter Weise überlassen haben wird es demnächst wieder im Stellwerkmuseum "Stiftung Signalhalle Steinen" in Steinen im Kanton Schwyz in der Schweiz wieder aufgerichtet werden.


Das neue Stellwerk in Wasserbillig (Photos: 27.6.2003 jmo)

 

en construction
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